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Mittwoch, 22.02.2012

Ergotherapie

Was ist das eigentlich?

Ergotherapie ist eine ärztlich verordnete Aufforderung zu aktiven Handeln bei Störungen der Motorik, der Sinnesorgane, der geistigen, der psychischen und der psychosozialen Fähigkeiten von Menschen jeden Alters.

In der Praxis werden folgende Krankheitsbilder behandelt:

  • Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, (z. B. Rheuma, Zustand nach Fraktur, Operation oder Amputation, Muskelerkrankung)
  • Erkrankungen des Zentralen Nerven-Systems(ZNS) und der Sinnesorgane, (z. B. Zerebralparese, Entwicklungsstörungen, Schädelhirntrauma, Schlaganfall)
  • Schädigungen des Rückenmarkes und der peripheren Nerven, (z. B. Querschnittslähmung, Plexusparese)
  • Psychische Störungen z. B. Verhaltensstörungen, Persönlichkeitsstörung, Demenz)

Ziele der ergotherapeutischen Behandlung

Bei den Behandlungen stehen je nach Krankheitsbild die Entwicklung, Verbesserung, Wiederherstellung oder der Erhalt folgender Funktionen und Fähigkeiten im Vordergrund:

  • Selbständigkeit in der Selbstversorgung und Alltagsbewältigung, auch unter Einbeziehung technischer Hilfen
  • Körperliche Beweglichkeit und manuelle Geschicklichkeit
  • Umsetzung und Integration von Sinneswahrnehmungen /sensorische Integration sowie Körperwahrnehmung und Körperschema
  • Erlernen von Gelenkschutzmaßnahmen und Kompensationsmechanismen, Belastungsfähigkeit und Ausdauer
  • Situationsgerechtes Verhalten, zwischenmenschliche Beziehungen, sowie sozioemotionale Kompetenzen und Interaktionsfähigkeit
  • Neuropsychologische und kognitive/geistige Funktionen, sowie kognitive Fähigkeiten

Die Behandlungsmaßnahmen in der ergotherapeutische

Je nach vorliegenden Funktions- und Fähigkeitsstörungen werden folgende ergotherapeutische Maßnahmen mit entsprechender Behandlungsdauer im Rahmen einer Einzel- oder Gruppenbehandlung durchgeführt:

  • Ergotherapeutische motorisch-funktionelle Behandlung
  • Ergotherapeutische sensomotorisch-perzeptive Behandlung
  • Ergotherapeutische psychisch-funktionelle Behandlung
  • Ergotherapeutisches Hirnleistungstraining

Zusätzlich können folgende Maßnahmen zum Einsatz kommen:

  • Thermische Anwendungen
  • Beratung zur Umfeldanpassung
  • Hausbesuch

Der deutliche Bezug zum Alltag und die intensive Angehörigenarbeit setzen in der ambulanten Therapie besondere Schwerpunkte. Oft können Krankenhaus- oder Heimaufenthalte vermieden oder zumindest herausgezögert werden oder die Therapieziele nach dem stationären Aufenthalt gefestigt werden.