Öffnungszeiten April bis November:
Samstag und Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Montag: 11:00 bis 14:00 Uhr
Telefon: 0160 4621566
Außerdem ist fast jeden Vormittag jemand vor Ort. Einfach am Hoftor klinken und eintreten.
Erstaunliches rund um die Kaffeekultur im Museumshof entdecken

Schon vor langen Jahren wusste ein arabischer Scheich: „Wo Kaffee serviert wird, da ist Anmut, Freundschaft und Fröhlichkeit.“ Und irgendwann im 17. Jahrhundert haben das auch wir Deutschen mitbekommen. Der Siegeszug dieses leidenschaftlich angebeteten Heißgetränkes war bei uns nicht mehr aufzuhalten.
Ob am Morgen, am Abend - eigentlich über den ganzen Tag verteilt - lechzen wir nach Kaffee, denn er muntert auf, schmeckt gut, fördert die Geselligkeit - kurzum, er ist aus unserem Leben partout nicht mehr wegzudenken! Er ist ein Suchtmittel - und ein gesundes noch dazu, darüber sind sich die meisten Wissenschaftler im Gegensatz zu früheren Auffassungen heute einig.
Das Deutsche Grüne Kreuz zum Beispiel fasste 2009 verschiedene Forschungs- ergebnisse wie folgt zusammen: „Der regelmäßige Genuss von drei, vier oder mehr Tassen Kaffee übt auf zahlreiche Organe und Körperfunktionen einen positiven Einfluss aus. Bei manchen Erkrankungen scheint Kaffee sogar einen deutlichen vorbeugenden oder schützenden Effekt zu haben ...“
Ein Hurra für alle Kaffeeanbeter

- Museumshof Oberland
Sie können also weiter unbeschadet ihren Milchkaffee, Mokka, Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato genießen! Und da viele von ihnen auch neugierig sind, wie dieses schöne Getränk zu uns gekommen und von unseren Vorfahren zubereitet worden ist, laden in einigen Städten, wie Berlin, Leipzig, Hamburg, Wien und Zürich bereits Kaffeemuseen Interessierte zu einer „Schnuppertour“ in unsere wonnevolle Kaffeevergangenheit ein.
Was aber viele noch gar nicht wissen, jedoch unbedingt wissen sollten: Auch bei uns, direkt hier im Oberland, hat seit Anfang dieses Jahres ebenfalls ein kleines Kaffeemuseum seine Pforten für Anhänger des beliebten Kulttrunkes geöffnet. Dazu kam es, weil die Familie Scholz es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen beeindruckenden, bis dato allerdings verwaisten Vierseitenhof am Ebersbacher „Oberen Kirchweg“ zu sanieren und möglichst originalgetreu wieder herzustellen. Bis ins Jahr 1482 lässt sich die Geschichte dieses Gebäudekomplexes zurückverfolgen.
Ein erhaltenswertes Stück Heimat also,
dachten sich die Scholze´s und wollen es nach und nach der Öffentlichkeit in Form eines Museumshofes mit eingegliederten Fremdenzimmern zugänglich machen. Für dieses Unterfangen haben sie den Startschuss im März 2010 mit der Eröffnung des besagten Kaffeemuseums gegeben.
Möglich geworden ist dies durch die Mithilfe des Herrn Walter aus Miltitz. Er war so freundlich, dem Museum seine einmalige Sammlung historischer Kaffeeutensilien zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit anderen Sammlerstücken kam auf diese Weise eine beachtliche Anzahl von rund 300 Exponaten rund um das Thema Kaffee zusammen - genug also, um auch hier in unserer schönen Oberlausitz allen Kaffeefreunden einen musealen Anlaufpunkt zu bieten.
Untergebracht ist die Ausstellung im kleinsten und gleichzeitig wahrscheinlich ältesten Gebäude des Vierseitenhofes, das zu diesem Zwecke von einheimischen Handwerkern (z.B. Tischlerei Sperling) sorgsam restauriert und hergerichtet worden ist.
Grünen Kaffee röstete man früher selber
Über eine Holztreppe steigt der Besucher hinein ins blaue, rosa, grüne und gelbe Zimmer, wo er alsdann systematisch vom fachkundigen Personal durch die Geschichte des Kaffees geführt wird. Hier erfährt er, neben vielen anderen aufschlussreichen Details beispielsweise, dass man in Deutschland lange Zeit seinen „grünen Kaffee“ zu Hause selber röstete. Er kann, neugierig wie ein Besucher bei solchen Gelegenheiten nun mal ist, auch gleich die früher dazu benötigten Arbeitsgeräte bestaunen. Er bekommt die unterschiedlichsten Apparaturen zum Beispiel Trommel- und Pfannenröster zu sehen. Und auch ein Emmericher Kugelröster, der einem kleinen Kanonenofen ganz ähnlich sieht, ist in den Schauräumen zu besichtigen.
Interessant ist auch zu erfahren, wie der so geröstete Kaffee vor mehr als 100 Jahren von den Leuten zubereitet wurde. Da gab es beispielsweise die so genannten Perkolatoren. Sie sind die Vorläufer unserer heutigen Kaffeemaschinen und funktionierten nach dem selben Prinzip:
Wasser wurde in einem Gefäß auf dem Herd oder mit einem Spiritusbrenner (später dann elektrisch) erhitzt, stieg in einem Röhrchen nach oben, ergoss sich brühend heiß über den gemahlenen Kaffee, dessen Extrakt anschließend durch einen Filter als fertiges Getränk langsam in den Kannenkörper tröpfelte. Anregende Düfte durchströmten bei einem solchen Vorgang das Haus, sodass man anschließend, schon bestens eingestimmt, mit vollem Genuss sein „Tässchen heeßes“ genießen konnte.
Freilich, so wird der Besucher des Kaffeemuseums erfahren,
waren es ganz früher nur die Wohlhabenderen, die sich solchen Luxus regelmäßig gönnen - und die notwendigen Utensilien dazu leisten konnten. Arme Leute in unserer Gegend kannten Kaffee oft nur von Hörensagen.
Das änderte sich mit allmählich zunehmendem Volkswohlstand. Auch einfache Familien leisteten sich jetzt am Sonntag mal einen „echten Bohnenkaffee“ und manche Hausfrau setzte ihre ganze Überredungskunst ein, den holden Gatten vom Kauf der dazu nötigen Gerätschaften, einschließlich eines Kaffeeservices, zu überzeugen.
Das das nicht immer leicht, bzw. finanziell meist auch ziemlich schwierig war, zeigt uns noch heute der Begriff „Sammeltasse“. Man erstand die Tassen einzeln, bis eben ein ganzes Service zusammen „gesammelt“ von allen bewundert werden konnte. Nachdem das endlich geschafft war, hatte das Service für die Leute allerdings oft einen so hohen Wert, das es als Schauobjekt im Stubenschrank stehen blieb und nur zu ganz besonderen Anlässen auf den Tisch kam.
Das alles und noch viel mehr
können die Besucher im neuen Kaffeemuseum erfahren. Sie sind von den Betreibern ganz herzlich eingeladen! Bei dieser Gelegenheit können Sie sich auch über den Stand der Hofsanierung informieren. Die Außensanierung ist fast abgeschlossen und drinnen wird auch kräftig weiter gewerkelt. In diesem Sommer wird es außerdem in unseren Blockstuben eine Fotoausstellung zum Thema: „Kirchen in Ostsachsen – von Lichtenhain bis Lückendorf“ geben.


